Validierende Erinnerungsmusik


"Mit Musik geht vieles besser - Der Königsweg in der Pflege bei Menschen mit Demenz" Zitat: Simone Willig, Silke Kammer. Hannover 2012, VINCENTZ NETWORK


Dieses Buch beschreibt anschaulich, auf welche Weise Musik ihre magische Wirkung entfalten kann und bei Menschen mit Demenz zu ganz erstaunlichen Reaktionen führen kann. Menschen, die kaum noch sprechen und sich oft schon weit zurück gezogenen haben, fangen bei genau strukturiertem Angebot und der "richtigen Musik" an, mit zu singen, tauchen aus ihrem Rückzug auf und sind plötzlich unglaublich präsent. 

Mit biographisch, jahreszeitlich und situativ passenden Liedern zu Gitarrenbegleitung, erleben Menschen mit Demenz in diesem Angebot gemeinschaftliches Singen und eine Akzeptanz ihrer Fähigkeiten, z.B. ein Musikstück gemeinsam singen zu können, einzutauchen in gemeinsame Erinnerungen an wichtige Momente des gelebten Lebens. Manchmal fangen Menschen dann an zu erzählen, wo sie dieses Lied gesungen haben, wen sie dabei kennen gelernt haben oder ähnliche Erinnerungen. Die Musik ist dabei ein wundervoller Einstieg in die Gefühlswelt von Menschen (Uns "Orientierten" geht es doch genauso).


In meinen musikalischen Angeboten bewege ich mich im biographisch / zeitlich passenden Korridor der Gruppe (ca. 20 Menschen) und inszeniere mit ihnen gemeinsam eine Stunde voll passender Musik. Das Alles wird mit Erzählungen aus eigenen Kindheitserlebnissen "garniert" zu denen den Teilnehmern oft genug viele eigene Erlebnisse einfallen, die dann sofort in den Mittelpunkt rücken. Gedichte von Heinz Erhard (wird gern gehört!), Eduard Möricke, Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz, Goethe, Schiller, Theodor Storm und Theodor Fontane und Anderen gehören mit ihren "Klassikern" natürlich auch dazu ("Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", "Erlkönig", "Die Glocke", "Die Made", etc.)